Provenienzen und Arten für Weihnachtsbäume und Schnittgrün

Ein Weihnachtsbaum ist nicht nur ein Weihnachtsbaum.

Vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen - wenn die Rede von Provenienzen und Arten in der Weihnachts- und Schnittgrünproduktion ist. 

Die häufigsten Arten in der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünproduktion

Hier finden Sie Informationen über die häufigsten Arten in der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünproduktion in Europa und Informationen über welche Bodenarten und klimatischen Bedingungen, die für die verschiedenen Bäume geeignet sind. 

Es gibt viele verschiedene Arten und Provenienzen von Abies Nordmannia und anderen Nadelholzarten. Überlegen Sie genau welche Produktion sie wählen, hinsichtlich der klimatischen Bedingungen und Bodenarten, wenn Sie sich  für eine Sorte entscheiden.  

 

Abies Nordmanniana Aspheronsk

Abies Nordmanniana Aspheronsk

  • Region: Nordkaukaus, Rusland
  • Seehöhe: 800 - 1.100 m
  • Für Klima: Subkontinental (bis kontinental)
  • Austrieb: Sehr spät
  • Habitus: Schmal bis mittelbreit
  • Nadellänge: Lang
  • Fülle: Gering

Die beste Herkunft für klimatisch schwierige Lagen. Sehr gute Frosthärte sichert hohe Ausbeuten. Weniger Internodien-Zweige als Arkhyz, dadurch deutlich sichtbarer lagiger Aufbau. Jugendstart geringfügig langsamer als Arkhyz, damit etwas breiterer Habitus.

Anbau und Ernte von Abies nordmanniana Apsheronsk

Nordmanntannen können sowohl in Töpfen als auch auf Feldern angebaut werden, solange der Boden gut durchlässig ist und eine Reaktionsrate von 5,5-6,5 aufweist. Der Baum kann auf den meisten Bodentypen wachsen, solange er in der vollen Sonne steht. 

Abies nordmanniana kann geschnitten werden und erfordert oft eine Terminaltriebregulierung. Um Schäden an den Nadeln durch Läuse und Gallmilben zu vermeiden, muss das Ungeziefer häufig bekämpft werden. Die Produktionszeit für einen Weihnachtsbaum dieser Herkunft mit einer Grösse von 1,75 - bis 2 Metern beträgt in der Regel 9 bis 12 Jahre. 

Abies Nordmanniana Ambrolauri

  • Region: Grosser Kaukasus, Georgien
  • Seehöhe: 1.150 - 1.400 m
  • Für Klima: Maritim
  • Austrieb: Mittel
  • Habitus: Sehr breit und wuchtig
  • Nadellänge: Sehr lang
  • Fülle: Sehr gut

Herkunft für große, schwere Sortimente. Wuchs in der Jugend ist langsam und breit. Geringe Möglichkeit zur Entnahme kleiner Sortimente. Weite Pflanzverbände nötig. Nach Terminaltriebregulierung hoher Aufwand für Korrektur der Breite. Erhebliche Gefahr von Frostschäden. Gut geeignet für die Reisigproduktion.

Das meiste Saatgut für Normannstannen hat Provenienz in Ambrolauri, Tlugi in Georgien.

Ambrolauri ist auch die Provinienz, die in Westeuropa am häufigsten für Weihnachtsbäume verwendet wird. Dies liegt haupsächlich an der Symmetrie des Baumes, der starken Nadelabdeckung und der Fähigkeit, die Nadeln nach dem Fällen zu halten. 

Anbau und Ernte von Nordmannstannen

Für den Anbau benötigt die Nordmannstanne einen gut durchlässigen Boden mit Reaktionszahlen von 5,5-6,5. Die Provenienz ist nicht zum Anpflanzen an frostgefährdeten Orten geeignet, kann aber auf den meisten Bodentypen wachsen. Der Baum muss jedoch in der vollen Sonne stehen. Kann Formgeschnitten werden und erfordert häufig Terminaltriebregulierung sowie die Kontrolle von Läusen und Milben. Die Produktionzeit für einen Weihnachtsbaum von 1,75 bis 2 m beträgt in der Regel 9 bis 12 Jahre. 

Abies Nordmanniana Ambrolauri
Abies Lasiocarpa

Abies Lasiocarpa

  • Region: Arizona, New Mexico
  • Seehöhe: 2.400 - 2.800 m
  • Für Klima: Kontinental
  • Austrieb: Früh
  • Habitus: Schmal
  • Nadellänge: Gut
  • Fülle: Gering

Eine schöne blaunadelige Tannen-Art mit schlanker Wuchsform und besonders guter Nadelhaltbarkeit. Häufig auftretende kleine formfehler wie Zwiesel oder Steiläste können mit einfachen Korrekturschnitten beseitigt werden. Bei längeren Nässeperioden und auf zu feuchten Standorten kann es zu Problemen mit Wurzelpilzen und Nadelvergilbungen kommen.

Abies lasiocarpa hat im Nordwesten der USA und Kanada Ursprung, wo er natürlich in den Bergen wächst. Unter diesen Bedingungen kann der Baum bis zu 20 m hoch werden.

Eigenschaften und Anwendung von Abies lasiocarpa

Der Baum hat eine schlanke Wuchsform mit kurzen und waagerechten bis aufrechten Trieben. Die Rinde ist glatt und graulich auf den jungen Bäumen. Die Nadel sind bläulich, was den Baum unglaublich schön und dekorativ macht - und er hält die Nadeln lange nach dem Fällen. 

Abies lasiocarpa ist als Weihnachtsbaum besonders in Norwegen und Schweden sehr beliebt, wird aber auch häufig als Zierbaum in Gärten und Parks verwendet. 

Abies bornmuelleriana

  • Region: Westtürkei
  • Seehöhe: 1.200-1.400 m
  • Für Klima: Subkontinental
  • Austrieb: Früh
  • Habtus: Mittelbreit
  • Nadellänge: Gut
  • Fülle: Gering

Eine nahe Verwandte der Nordmannstanne. Ihre Nadel sind etwas steifer und rund um den Zweig gestellt. Ihr Höhenwachstum und damit der gesamte Aufbau ist regelmässiger als bei allen Nordmanns-Herkünften. Das ergibt eine höhere Ausbeute an verkaufsfähigen Bäumen mit viel Prima-Qualität.

Der frühe Austrieb kann bei sehr späten Frösten ein Nachteil sein. 

Eigenschaften und Anwendung von Abies bornmuelleriana

Dieser Baum wächst sehr gerne nach oben. Die Nadeln sind steif und sitzen rund um den Ast, was dem Baum einen volleren Ausdruck verleiht. Gleichzeitig gibt die helle Unterseite der Nadeln diesem Baum einen fast silbrigen Glanz. 

Anbau und Ernte von Abies bornmuelleriana

Positiv zu vermerken ist, dass durch den regelmässigen Anbau des Baumes in einer Kultur mit Abies bormuelleriana ein signifikant höherer Ertrag an Fertigbaümen und auch mehrere Primabaüme in Vergleich mit einer Kultur von Nordmannstannen erzielt wird.

Umgekehrt macht die frühe Austrieb dieses Baumes für Frühlingsnachtfröste  anfällig, und die spezielle Vernadelung führt dazu, dass die Herkunft nicht für Schnittgrün geeignet ist.

Abies bornmuelleriana
Krasnaja

Krasnaja

  • Region: Nordkaukasus, Russland
  • Seehöhe: 1.400 - 1.600 m
  • Für Klima: Subkontinental
  • Austrieb: Spät
  • Habitus: Sehr schmal bis schmal
  • Nadellänge: Kurz
  • Fülle: Gering

Frosthärte besser als bei georgischen Herkünften, aber deutlich geringer als bei Aspheronsk und Arkhyz. Sehr zügiger Jugendstart = besonders kurze Umtriebszeiten.Auch in Deutschland positive Erfahrungen in zahlreichen Quartieren mit Pflanzenmaterial aus der Saatguternte 1993.

Eigenschaften und Anwendung von Krasnaja

Wenn Sie diese Art für Ihre Weihnachtsbaumkultur wählen, bekommen Sie einen schmaleren Baum mit kurzen Nadeln und einer relativ geringen Dichte. Wenn Ihre Kunden diese Baumart nachfragen, dann ist Kranaja eine sehr gute Wahl.

Anbau und Ernte

Aufgrund dem späten Ausschlagen eignet sich der Baum für Orte, an denen die Gefahr von Frühlingsfrost besteht. Krasnaja ist ein Baum, der nach dem Pflanzen schnell wächst, damit Sie die nach 7 bis 8 Jahren verkaufen können.

Borshomi

  • Region: Kleiner Kaukasus, Zentralgeorgien
  • Seehöhe: 800 - 1.400 m
  • Für Klima: Subkontinental
  • Austrieb: Geringfügig später als Ambrolauri
  • Habitus: Mittelbreit
  • Nadellänge: Sehr lang
  • Fülle: Sehr gut

Knospenausfälle nach tiefen Temperaturen deutlich geringer als bei Ambrolauri. Jugendstart etwas schneller, somit schon in der Jugend ansprechende Wuchsform. Entnahme von kleinen Sortimenten möglich. Flächennutzung und Gesamterlöse höher als bei Ambrolauri. Benadelung dunkelgrün, lang und buschig.

Eigenschaften und Anwendung von Borshomi

Borshomi ist ein regelmässiger und hübscher Baum, der mit seinen langen, dunkelgrünen Nadeln, seiner mittleren Form und seiner kräftigen Fülle in die meisten Geschmacksrichtungen wie ein Weihnachtsbaum passt. 

Anbau und Ernte

Dieser Baum eignet sich für viele verschiedenen Klimazonen und ist mit seiner Winterhärte eine dankbare Art für den Anbau in kalten Gebieten. 

Die Anzahl der Primärbäume in einer Kultur mit Borshomi ist normalerweise höher als in einer Kultur mit Ambrolauri, wobei auch die Auslastung zunimmt. 

Borshomi
Beshumi

Beshumi

  • Region: Kleiner Kaukasus, Südgeorgien
  • Seehöhe: 1.800 - 2.000 m
  • Für Klima: Maritim bis kontinental
  • Austrieb: Geringfügig später als Ambrolauri
  • Habitus: Schmal bis mittelbreit
  • Nadellänge: Lang
  • Fülle: Sehr gut

Langsame, jugendbuschige Benadelung, gut für Reisigproduktion. Habitus schmäler als Ambrolauri. Interessanter Anteil besonders schöner Prima-Bäume, jedoch wenig befriedigende Gesamtausbeute. 

Beschumi gibt Ihnen einen Baum, der sich besonders gut zur Herstellung von Schnittgrün eignet. 

Eigenschaften und Anwendung von Beshumi

Diese Herkunft ist dicht und relativ engwüchsig, aber mit langen Nadeln und guter Fülle. Die dichte und buschige Nadeleinstellung macht den Baum für Schnittgrün geeignet. 

Anbau und Ernte

Nach dem Pflanzen wächst Beshumi nur langsam, so gute Zeit für die Kulturentwicklung muss kalkuliert werden. 

Die Art ist nicht besonders winterhart. Wenn Sie an frostgefährdeten Orten pflanzen möchten, wird dieser Baum nicht empfohlen.

Artvin-Savsat-Yayla

  • Region: Kleiner Kaukasus, Türkei
  • Seehöhe: 1.600 - 1.800 m
  • Für Klima: Subkontinental (bis kontinental)
  • Austrieb: Mittel
  • Habitus: Schmal
  • Nadellänge: Kurz
  • Fülle: Gut

Herkunft mit guter Frosthärte für gezielte Produktion von kleinen Sortimenten und Standard-Qualität in kurzer Umtriebszeit. Zügiger Jugendstart, schmaler Habitus, deutliche Astreihen. Zusätzlicher Pluspunkt ist die tief dunkelgrüne Benadelung. Sehr gute Ausbeuten auf schwachen Böden.

Anbau und Ernte von Artvin-Savsat-Yayla

Wenn Sie Artvin-Savsat-Yayla auf guten Bonitäten anpflanzen, sollen Sie damit rechnen, dass eine Wachstumsregulierung erforderlich ist, da die Art stark wächst. Mit der richtigen Wachstumsregulation kann man aber einen schönen Baum erwarten, der selten von Frostschäden geplagt wird und der mit seinem raschen Startwachstum gut für die Produktion von kleinen Bäumen geeignet ist. 

Artvin-Savsat-Yayla
Tversted F 527

Tversted F 527

  • Region: Nordjütland, Dänemark
  • Seehöhe: 50 m
  • Für Klima: Maritim bis subkontinental
  • Austrieb: Mittel
  • Habitus: Mittelbreit bis breit
  • Nadellänge: Sehr lang
  • Fülle: Sehr gut

Borshomi-Nachkommer mit verbesserter Frosthärte durch die klimatische Auslese am Nordzipfel Jütlands. Zeigt in allen Versuchen eine sehr hohe Qualität und gute Gesamtausbeuten. Eine auffallend dunkel, lange Benadelung, sowie kräftige Internodien-Zweige sind die besonders positiven Eigenschaften dieser Herkunft. 

Eigenschaften und Anwendung von Tversted F 527

Dank des rauen Klimas in Nordjütland, Dänemark, hat Tversted F 527 eine bessere Winterhärte als sein Vorgänger Borshomi. Sie können diese Art auf eine hohe Auslastung kennen. Tversted F 527 ist eine gute Wahl, wenn Sie Bäume für Schnittgrün züchten möchten, und die schöne Form des Baumes eignet sich auch als Weihnachtsbaum.

Anbau und Ernte

Wie sein Vorgänger Borshomi ist dieser Baum für viele verschiedene Klimazonen geeignet und mit seiner Winterhärte eine sehr gute Wahl für den Anbau im harten Klima.

Im Gegensatz zu Ambrolauri hat Tversted F 527 nach dem Pflanzen schnell ein gutes Wachstum und eine allgemein schönere Form. 

Auch im Hinblick auf den Nutzungsgrad zeichnet sich Tversted F 527 gegenüber einer Kultur mit Ambrolauri aus. Wenn Sie Tversted F 527 für Ihre Kultur wählen, können Sie daher erwarten, dass Sie mehrere Bäume von höchster Qualität bekommen.

Abies fraseri

  • Region: Smokey Mountains, North Carolina und West Virginia
  • Seehöhe: 1.200 m
  • Für Klima: Subkontinental
  • Austrieb: Mittel
  • Habitus: Schmal
  • Nadellänge: Kurz
  • Fülle: Gering

Diese Tanne stellt an der Ostküste der USA 90% aller verkauften Naturbäume. Hauptgrund für seine Beliebeheit ist die besonders gute Schnittverträglichkeit. Aber auch die besonders gute Nadelhalbarkeit ist als positive Eigenschaft hervorzuheben. Da der Formschnitt auch bei uns eine immer grössere Bedeutung erlangt, empfehlen wir diese robuste Tannenart für klimatisch schwierige Standorte. 

Anbau und Ernte von Abies fraseri

Möchten Sie "Amerikanische Bäume" züchten, dann ist Abies fraseri die Antwort. Wie oben erwähnt, ist ein Formschnitt des Baumes sehr wichtig. Da die Art diese Behandlung gut verträgt, besteht eine geringes Risiko für "Anfängerfehler".

Abies fraseri
Abies Koreana

Abies Koreana

  • Region: Südkorea
  • Seehöhe: 1.000 - 1.800 m
  • Für Klima: Kontinental
  • Austrieb: Spät
  • Habitus: Schmal
  • Nadellänge: Kurz
  • Fulle: Gering

Noch immer ist die Koreatanne als die anspruchsloseste Tanne einzustufen. Sie ist absolut winterhart und durch ihren sehr späten Austrieb auch für den Anbau in Spätfrostlagen geeignet. Mit ihr kann man auch schwierige Standorte nutzen. Kenntnisse in Form- und Korrekturschnitt sind jedoch nötig. Eine interessante Züchtung ist die blaunadeliche Koreatanne "Blauer Pfiff".

Wenn Sie Koreanische Tannen pflanzen, erhalten Sie einen robusten und sehr dekorativen Baum.

Eigenschaften und Anwendung von Abies koreana

Abies koreana ist ein kompakter, kleinerer Baum mit dunkelgrünen Nadeln und einer der schönsten Nadelbäume, die es gibt. Abies koreana wächst langsamer als viele andere Edeltannen und wird selten höher als 15 m.

Schon wenn der Baum etwa 1 m. hoch ist, fängt er an, kleine Zapfen, die aufrecht auf den Ästen stehen, abzulegen. Die Zapfen sind lila bis blau-violett gefärbt und sehr dekorativ. Sie entwickeln sich über den Sommer und lösen sich schliesslich auf, wenn der Winter kommt. 

Abies koreana eignet sich als Weihnachtsbaum sowohl für die Töpfe als auch für die Freilandsproduktion. Der Baum wird seit vielen Jahren auch in Gärten und Parks im ganzen Welt verwendet.

Anbau und Ernte von Abies koreana

Die Art ist im Anbau der Nordmannstannen sehr ähnlich und kann daher auch formgeschnitten werden. 

Abies koreana braucht einen Standort in vollem Sonnenlicht, ist aber sowohl im Winter als auch in der Frühling sehr wind- und frostempfindlich.

Diese Art können Sie auf den meisten Bodentypen anpflanzen, und sie ist auch gegen Pilzkrankheiten sehr resistent. 

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